Behandlungskosten

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie gehört neben der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Psychoanalyse zu den drei anerkannten kassenärztlichen Richtlinienverfahren zur Behandlung von psychischen Erkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland. In die Verhaltenstherapie fließen unmittelbar Erkenntnisse aus der Forschung der Psychologie und den benachbarten Wissenschaften in die Behandlung mit ein und sie gilt daher als eine empirisch überprüfte, an wissenschaftlichen Kriterien ausgerichtete Therapieform. Nach Reinecker (2006)* hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als die Behandlung erwiesen, die bei einem breiten Spektrum psychischer Störungen am erfolgversprechensten ist.

In der Verhaltenstherapie werden anhand der Biographie/Krankheitsvorgeschichte (Anamnese) und der aktuellen Problematik/Symptomatik zusammen mit dem Patienten Lösungsstrategien mittels vorhandener Kompetenzen entwickelt und im Alltag erprobt. Die Therapie ist dabei mehr auf eine Veränderung oder Erweiterung von Kompetenzen in der Gegenwart ausgerichtet.

Als zentral gilt hierbei die Bearbeitung der auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen des Krankheitsbildes. Der Verhaltenstherapeut hilft dem Patienten, Therapieziele zu formulieren und Probleme systematisch zu lösen. Der Patient wird ermutigt, selbst bestimmte neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Eigenaktivität ist also ein zentrales Merkmal. Die Verhaltenstherapie ist somit problem- und handlungsorientiert, indem eine Erweiterung der allgemeinen Problemlösefähigkeit und somit eine vermehrte Selbstständigkeit im Umgang mit zukünftigen Schwierigkeiten angestrebt wird.





* aus Reinecker(2006). Verhaltenstherapie mit Erwachsenen, Hogrefe Verlag, Göttingen